Die Friedenskirche in Heidelberg-Handschuhsheim
Ein einladender Gottesdienstraum
Die Friedenskirche in Handschuhsheim wurde in den Jahren 1908 bis 1910 nach Plänen von Hermann Behaghel erbaut. Der Stil der Kirche ist eine Mischung von baulichen Elementen der Spätgotik, der Renaissance und des Jugendstils.
Der Grundriss der Friedenskirche orientiert sich an einem griechischen Kreuz. Bei der ursprünglichen Anordnung von Kanzel, Altar und Orgel wurde das Wiesbadener Programm umgesetzt, das die Funktionalität des Kirchenraums in den Vordergrund stellt. Gemeinsam mit dem Taufstein befinden sich bei dieser Anordnung Kanzel, Altar und Orgel in einer Linie über- bzw. hintereinander. Diese Anordnung wurde bei der Renovierung 1959-61 aufgehoben.
Im Zuge ihrer letzten Innenrenovierung (2011/12) erfuhr die Friedenskirche eine liturgische Neukonzeption, die den zeitgemäßen gottesdienstlichen Anforderungen von Liturgie, Musik und Kommunikation entspricht.
Die Einheit der wesentlichen liturgischen Elemente Taufstein, ins Zentrum gerücktem Altar, Kanzel und Orgel auf der Mittelachse wurde wieder hergestellt. Die neue Stufenanlage verbindet diese Elemente, öffnet den zentralen Sakralraum und erweitert die Möglichkeiten für verschiedene Gottesdienstformen.
Die einheitlich hellen Wand- und Deckenflächen sind Reflexionsflächen des Lichtes. Die architektonischen Strukturelemente, die teilweise in Naturstein, teilweise mit Stuck oder nur durch Farbe hergestellt sind, werden in zurückhaltender Form abgesetzt. Durch die hellen und zurückhaltenden Farben kommen die Buntglasfenster in ihrer Farbigkeit besonders zur Geltung. Der Boden ist mit anthrazitfarbenen Zementmosaikplatten belegt und mit einer Fußbodenheizung versehen.
Die vier Paramente sind reduziert auf die Farben des Kirchenjahres und werden als winkelförmige Filzauflagen auf die Stufenanlage gelegt.
In die Steine der Stufenanlage wurden vom Künstler Worte aus Hölderlins „Friedensfeier“ eingearbeitet und lädt den liturgischen Raum künstlerisch auf:
„Und nur der Liebe Gesetz
gilt von hier an bis zum
Himmel. Viel hat von morgen
an erfahren der Mensch. Bald
aber sind wir Gesang.“


