Die Evangelische Kirche in Stutensee-Staffort

Stamm des Kreuzes, Baum des Lebens

Von Großherzog Friedrich von Baden gestiftet, wurde die Evangelische Kirche Stutensee-Staffort in den Jahren 1899-1901 in neogotischem Stil errichtet. Der Entwurf stammte von Baurat Adolf Schopfer. Das äußere Erscheinungsbild wird neben dem asymmetrisch angeordneten Glockenturm durch fein gegliederte Natursteinfassaden aus rotem Mainsandstein charakterisiert. Neben dem vorherrschenden Baustil der Neugotik haben sich auch viele einzelne Elemente des damals schon weit verbreiteten Jugendstils eingemischt: In den schmiedeeisernen Geländern ist die damals neue Formsprache heute noch gut erkennbar. Bis auf Fenster und Bemalung ist das Ensemble der Bauzeit erhalten.

Blick durch den Kirchensaal auf den Altar der renovierten Kirche
Neuer Altarbereich in Staffort
Die größten Eingriffe seit 1901 sind der Beseitigung kriegsbedingter Schäden geschuldet. Die technische Modernisierung tat ihr Übriges. In den sechziger Jahren wurde die Kirche grundlegend renoviert. Seit dieser letzten Innensanierung sind die Oberflächen durch Verschmutzungen sehr unansehnlich geworden. Ferner waren die in den vergangen Jahren geränderten Praktiken der Gottesdienstgestaltung, die Belange der Barrierefreiheit sowie die Einbeziehung von Kindern in den Gottesdienst zu berücksichtigen.
 
Die bei der Renovierung im Jahr 2012 realisierte Farbkonzeption erfolgt in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung. Nach den neutralen weiß-grauen Farbtönen der 60er Jahre Renovierung herrschen nun warme Farben vor.
 
Geänderte Anforderungen an einen zeitgemäßen Gottesdienst machte die Vergrößerung des Altarraums erforderlich. Für die bessere Akzeptanz bei jungen Familien wurde die Möglichkeit geschaffen das südliche Querschiff für den Aufenthalt von Kindern mittels einer mobilen Glaswand abzutrennen und als Multifunktionsraum zu nutzen. Eine barrierefreie Erschließung wurde auf der Südwestseite in einem Anbau realisiert, der eine Hebebühne sowie ein Behinderten WC enthält. Die Außenhaut des Anbaus besteht aus vorverwittertem Kupferblech.

Kruzifix, Ambo und Osterkerze sind neugestaltet und stammen von Prof. Hermann Weber:

"Ein Ort der Stille, Ein Ort des Gebetes, der Andacht, allein und in der Gemeinschaft mit anderen. Im Gespräch mit dem Schöpfer, der alles erschafft, was lebt. Werden und und Vergehen im großen Kreislauf des Lebens.

Im Zentrum des Kirchenraumes, im Chor am Altar „der Baum des Lebens“, der Stamm des Kreuzes. Als ein Zeichen der Hoffnung. Etwas, das uns trägt.

Ebenso der Ambo. Äste, die wie aus dem Boden zu wachsen scheinen, nach oben strebend, tragen die Ablage, auf dem das Heilige Buch aufliegt.

Der Leuchter ist neben dem Engel mit dem Taufbecken platziert. Wie eine zarte Pflanze, deren Äste den Teller tragen, hochglanzpoliert, golden leuchtend, auf dem die Kerze steht. Das Licht, das leuchtet in der Dunkelheit. Wasser und Licht, der Beginn allen Lebens.

Bewußt habe ich für alle drei Elemente das gleiche Material der Bronze gewählt, um ihre Zusammengehörigkeit zu betonen. Und um eine Einheitlichkeit zu schaffen in Farbe und Material, in der Oberfläche, die sich harmonisch in den Raum des Chores und der Kirche einfügt.“
 
 
 
 
 
 

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76297 Stutensee-Staffort