Die Pauluskirche in Badenweiler
Errichtet auf einem ehemaligen römischen Podiumstempel
Der Sandsteinbau der Pauluskirche prägt das Bild der Gemeinde Badenweiler mit. Die Kirche bildet das Zentrum des Ortes – zusammen mit dem Pfarrhaus, dem großherzoglichen Palais, den Kavaliershäusern, dem Römerbadhotel, dem Kurhaus und der Therme. Die Kirche ist auf einem ehemaligen römischen Podiumstempel errichtet worden.
Während das Langhaus und das Querschiff in neoromanischer Bauweise errichtet worden sind, zeigt der Turm an der Nordostseite neogotische Formen. Das Gebäude ist gut proportioniert und füllt den Kirchplatz in angenehmer Weise aus. Der Ort für den ursprünglichen Römertempel markiert vermutlich die alte Thermalquelle. Heute findet man die Brunnenstube rund 100 Meter weiter östlich beim Inhalatorium oberhalb des Rathauses.
Geschichte
Badenweiler geht auf eine römische Siedlung zurück, die im 2. Jahrhundert um die Thermalquellen am Fuß des Blauen entstanden ist. Mitten im Dorf wurde um ca. 150 n.Chr. ein römischer Tempel errichtet, der aufgrund seiner Größe vermutlich dem Jupiter oder der Diana Abnobae (der Diana des Schwarzwaldes) gewidmet war. Bei Ausgrabungen 1995 hat man großflächige Grundmauern dieses Heiligtums neben und in der evangelischen Kirche gefunden, die bestätigt haben, dass an der Stelle der römischen Kultstätte schon seit dem Mittelalter christliche Versammlungsräume errichtet worden sind. Die Erwähnung der ersten christlichen Kirche in Badenweiler fällt ins Jahr 774 n.Chr.
Durch zahlreiche An- und Umbauten wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der Gebäudebestand ständig erweitert. Bis zur Reformationszeit hieß die Kirche ‚Peter und Paul‘. Nachdem die Obere Markgrafschaft, die inzwischen zum Herrschaftsbereich des Markgrafen von Baden-Durlach gehörte, mit dem Augsburger Religionsfrieden 1555 lutherisch geworden war, sprach man nur noch von der Evangelischen Kirche in Badenweiler.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde erstmals über einen grundsätzlichen Umbau des Kirchengebäudes nachgedacht. Während die einheimische Gemeinde eine Verbesserung nicht für nötig hielt, hatten sich Kurgäste mehr und mehr über den schlechten Zustand der Kirche beschwert. Da der Fremdenverkehr in Badenweiler zunehmend bedeutender wurde, trat 1883 der Gedanke an einen Neubau an die Stelle der ursprünglichen Umbaupläne. Auf Anordnung des Großherzogs Friedrich I. wurde schließlich auf dem bisherigen Kirchplatz ein Gebäude mit 950 Sitzplätzen geplant.
Oberbaudirektor Prof. Dr. Joseph Durm gestaltete ein Langhaus mit Querschiff in neoromanischem Stil. Anstelle des bisherigen Westturms wurde der neue Turm im nordöstlichen Winkel zwischen Langhaus und Querschiff errichtet. In Anwesenheit des Großherzoges und seiner Gattin wurde das neue Kirchengebäude nach fünf Jahren Bauzeit am 26. Juni 1898 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die Fresken aus dem ursprünglich gotischen Gebäudebestand (14. Jahrhundert) wurden zunächst behelfsmäßig im Untergeschoss des Turmes untergebracht.
Bei der Umgestaltung des Chorraumes 1960 wurde der neogotische Altar ausgebaut. Die Teppichmalereien an den Chorwänden wurden entfernt, ebenso der Schalldeckel über der Kanzel. Später wurden die mittelalterlichen Fresken vom Turmzimmer auf die nördliche und südliche Seitenwand des Altarraumes übertragen. Weitere kleine Veränderungen folgten bei der letzten Renovierung in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Seit 1993 heißt das Gottesdienstgebäude mitten in Badenweiler Pauluskirche. Die Katholische Kirchengemeinde hatte ihren 1960 neuerrichteten Gottesdienstraum im Schlosspark ‚St. Peter‘ benannt. Mit der Pauluskirche ist nun, ökumenisch betrachtet, die ursprüngliche Kirche ‚Peter und Paul‘ wieder vollständig im Kurort vertreten.
Innenansicht
Beim Betreten des Kirchenraumes fallen gleich die ausgewogenen Proportionen auf, die Oberbaudirektor Prof. Dr. Joseph Durm beim Planen und Bauen des jetzigen Gebäudes sehr gut getroffen hat.
Das Kirchenschiff ist recht hell; Höhe, Breite und Länge haben einen guten Schnitt; die Orgelemporen über den Seitenschiffen und die Orgelempore auf der Westseite fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Vom Chorraum her leuchten einem die bunten Farbfenster entgegen.
Die Ausstattung der Kirche ist eher schlicht. Neben dem Taufstein links vor dem erhöhten Chorraum und der Kanzel auf der anderen Seite fallen nur Kreuz und Altar in den Blick. Das Orgelprospekt verdeckt leider die Sicht auf die Rosette über dem Haupteingang.
Das Kirchenschiff ist recht hell; Höhe, Breite und Länge haben einen guten Schnitt; die Orgelemporen über den Seitenschiffen und die Orgelempore auf der Westseite fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Vom Chorraum her leuchten einem die bunten Farbfenster entgegen.
Die Ausstattung der Kirche ist eher schlicht. Neben dem Taufstein links vor dem erhöhten Chorraum und der Kanzel auf der anderen Seite fallen nur Kreuz und Altar in den Blick. Das Orgelprospekt verdeckt leider die Sicht auf die Rosette über dem Haupteingang.
Kruzifix und Taufstein
1964 wurde durch Spenden der Gemeinde ein holzgeschnitzter Christus für das schlichte Holzkreuz hinter dem Altar erworben. Es ist eine spätromanische Arbeit aus dem oberrheinischen Raum, die vermutlich aus der abgerissenen Abteikirche von Murbach im Elsass stammt. Mit weit ausgebreiteten Armen und einem äußerst eindrucksvollen Gesicht zeigt der Korpus eine eigenwillige Künstlerhand.
Besonders eindrücklich ist aber das Schattenspiel dieses Kruzifixes, das sich beim Einschalten der Chorraumbeleuchtung abbildet. Neben Jesus am Kreuz sind auf der Rückwand des Chorraumes sehr scharf links und rechts davon zwei Schattenkreuze mit Menschen daran zu sehen. Das ganze Kunstwerk erinnert an Golgatha, wo ja neben Jesus noch zwei Verbrecher mit gekreuzigt worden sind. In den Schatten können wir uns selber erkennen.
Betrachten Sie nun den Taufstein. Der Taufstein ist vermutlich noch nicht sehr alt. Passend zum Kirchengebäude ist er aus Sandstein hergestellt. In den Proportionen passt er zum Kirchenraum. Er steht links vor dem Chorraum auf der Ebene der feiernden Gemeinde.
Fenster im Chorraum
Seit der Fertigstellung der evangelischen Kirche von Badenweiler befinden sich im nach Osten ausgerichteten Chorraum vier Farbfenster, die schon während der Bauzeit des Gebäudes 1896 von verschiedenen Menschen gestiftet und von der Firma Beiler aus Heidelberg angefertigt worden sind. Die Viereraufteilung ist ungewöhnlich. Mit Motiven aus dem Leben von Jesus sind sie ‚durchkomponiert‘ und zeigen oben jeweils das himmlische oder das irdische Jerusalem und unten die weltlichen Grundlagen, in die das Evangelium eingebettet ist. Von links nach rechts sehen wir:
Das Weihnachtsfenster
In einer romantischen Darstellung wird auf dem linken Fenster die Geburt im Stall von Bethlehem festgehalten. In der Mitte ist das Jesuskind mit goldenem Heiligenschein in weißen Windeln auf einer schön hergerichteten Krippe zu sehen. Rechts davon stehen ordentlich gekleidet die betende Maria und Joseph, der mit einer Laterne den nächtlichen Raum funkeln lässt. Auf der linken Seite sind zwei Hirten zu sehen, die ihrer Kleidung nach nicht ganz mittellos erscheinen. Der Engelchor über der Krippenszene verbindet das irdische Geschehen mit dem himmlischen Jerusalem, das noch von Nacht und Sternenhimmel umgeben ist. Grundlage für die Geburt Jesu bilden am unteren Bildrand herrschaftliche Gebäude, in denen die Spendernamen festgehalten sind: Emile Favarger und die Familie Christian Joner.
Das Kreuzigungsfenster
Das zweite Bild von links zeigt die Kreuzigung Jesu. In Anlehnung an das Johannesevangelium wird Jesus nicht als leidender, sondern als erhöhter Herr dargestellt, der an einem reich verzierten Querbalken seine Arme ausbreitet. Unter dem Kreuz sind Maria, die Jesusmutter, und Johannes zu sehen, die durch den Gekreuzigten in ein neues Beziehungsgefüge gestellt werden. Menschen, die Jesus folgen, bilden zusammen eine neue Familie. Das irdische Jerusalem über der Kreuzigungsszene ist in Dunkelheit mit blutroten Flecken gehüllt. Der Hügel, auf dem das Kreuz errichtet ist, besteht aus einem weltlichen Herrscherhaus. Das badische Staatswappen und der nassauische Löwe, die darin abgebildet sind, unterstreichen die Stifter dieses Fensters: Es sind der großherzogliche Thronfolger Friedrich und seine Frau Hilda. Wie Jesus im universalen Sinn erst am Kreuz zum Herrn der Welt wird, so soll Friedrich II. der kommende Herrscher im Großherzogtum Baden sein.
Das Auferstehungsfenster
Die Auferstehung wird in der dritten Darstellung festgehalten. Königlich gekleidet tritt der lebendige Christus aus dem Grab, das wie ein geöffneter Mandelkern (Mandorla) gestaltet ist und schwingt das Kreuz mit Siegesfahne als Zeichen seiner Herrschaft. Die römische Wachmannschaft schläft oder erschrickt zu Tode. Ähnlich wie bei der Geburt Jesu zeigt sich schillernd ein neuer Morgen. Das irdische Jerusalem versinkt in die Abenddämmerung. Die Grundlage für das neue Leben erscheint solide. Neben den alten Mauern sind bürgerliche Gebäude zu sehen. Gestiftet wurde dieses Fenster von den Familien Louis Joner und Ernst Scheffelt, die damals als Hoteliers in Badenweiler eine wichtige Rolle spielten.
Das Kindersegnungsfenster
Das letzte Fenster in der Reihe, ganz rechts, unterstreicht die ungewöhnliche Viereraufteilung. Es zeigt eine Szene aus der Jesusgeschichte, an die immer wieder im Gottesdienst bei der Taufe erinnert wird. Frauen kommen da mit ihren Kindern zu Jesus und wollen sie von ihm anrühren lassen. Die Jünger können das nicht verstehen. Sie wollen die Frauen wegschicken. Da sagt Jesus den wichtigen Satz: „Lasst die Kinder zu mir kommen; haltet sie nicht ab. Denn gerade ihnen gehört das Gottesreich!“ Und dann hat er die Kinder gesegnet. Über diesem Bild beginnt das himmlische Jerusalem zu leuchten. Die Menschen kommen aus eher gewöhnlichen Häusern. Dieses Fenster ist anders als die anderen nicht von einzelnen Personen oder Familien gestiftet, sondern von der Gemeinde. Dass oft bei sonntäglichen Taufen die Morgensonne die Farben des Kinderevangeliums auf den Taufstein projiziert, ist etwas Besonderes.
Das Weihnachtsfenster
In einer romantischen Darstellung wird auf dem linken Fenster die Geburt im Stall von Bethlehem festgehalten. In der Mitte ist das Jesuskind mit goldenem Heiligenschein in weißen Windeln auf einer schön hergerichteten Krippe zu sehen. Rechts davon stehen ordentlich gekleidet die betende Maria und Joseph, der mit einer Laterne den nächtlichen Raum funkeln lässt. Auf der linken Seite sind zwei Hirten zu sehen, die ihrer Kleidung nach nicht ganz mittellos erscheinen. Der Engelchor über der Krippenszene verbindet das irdische Geschehen mit dem himmlischen Jerusalem, das noch von Nacht und Sternenhimmel umgeben ist. Grundlage für die Geburt Jesu bilden am unteren Bildrand herrschaftliche Gebäude, in denen die Spendernamen festgehalten sind: Emile Favarger und die Familie Christian Joner.
Das Kreuzigungsfenster
Das zweite Bild von links zeigt die Kreuzigung Jesu. In Anlehnung an das Johannesevangelium wird Jesus nicht als leidender, sondern als erhöhter Herr dargestellt, der an einem reich verzierten Querbalken seine Arme ausbreitet. Unter dem Kreuz sind Maria, die Jesusmutter, und Johannes zu sehen, die durch den Gekreuzigten in ein neues Beziehungsgefüge gestellt werden. Menschen, die Jesus folgen, bilden zusammen eine neue Familie. Das irdische Jerusalem über der Kreuzigungsszene ist in Dunkelheit mit blutroten Flecken gehüllt. Der Hügel, auf dem das Kreuz errichtet ist, besteht aus einem weltlichen Herrscherhaus. Das badische Staatswappen und der nassauische Löwe, die darin abgebildet sind, unterstreichen die Stifter dieses Fensters: Es sind der großherzogliche Thronfolger Friedrich und seine Frau Hilda. Wie Jesus im universalen Sinn erst am Kreuz zum Herrn der Welt wird, so soll Friedrich II. der kommende Herrscher im Großherzogtum Baden sein.
Das Auferstehungsfenster
Die Auferstehung wird in der dritten Darstellung festgehalten. Königlich gekleidet tritt der lebendige Christus aus dem Grab, das wie ein geöffneter Mandelkern (Mandorla) gestaltet ist und schwingt das Kreuz mit Siegesfahne als Zeichen seiner Herrschaft. Die römische Wachmannschaft schläft oder erschrickt zu Tode. Ähnlich wie bei der Geburt Jesu zeigt sich schillernd ein neuer Morgen. Das irdische Jerusalem versinkt in die Abenddämmerung. Die Grundlage für das neue Leben erscheint solide. Neben den alten Mauern sind bürgerliche Gebäude zu sehen. Gestiftet wurde dieses Fenster von den Familien Louis Joner und Ernst Scheffelt, die damals als Hoteliers in Badenweiler eine wichtige Rolle spielten.
Das Kindersegnungsfenster
Das letzte Fenster in der Reihe, ganz rechts, unterstreicht die ungewöhnliche Viereraufteilung. Es zeigt eine Szene aus der Jesusgeschichte, an die immer wieder im Gottesdienst bei der Taufe erinnert wird. Frauen kommen da mit ihren Kindern zu Jesus und wollen sie von ihm anrühren lassen. Die Jünger können das nicht verstehen. Sie wollen die Frauen wegschicken. Da sagt Jesus den wichtigen Satz: „Lasst die Kinder zu mir kommen; haltet sie nicht ab. Denn gerade ihnen gehört das Gottesreich!“ Und dann hat er die Kinder gesegnet. Über diesem Bild beginnt das himmlische Jerusalem zu leuchten. Die Menschen kommen aus eher gewöhnlichen Häusern. Dieses Fenster ist anders als die anderen nicht von einzelnen Personen oder Familien gestiftet, sondern von der Gemeinde. Dass oft bei sonntäglichen Taufen die Morgensonne die Farben des Kinderevangeliums auf den Taufstein projiziert, ist etwas Besonderes.
Der Totentanz und andere Fresken
Das Kürzel ‚Totentanz‘ hat sich für Badenweilers mittelalterliche Fresken selbst in Fachkreisen eingebürgert, obwohl diese Bezeichnung nicht ganz richtig ist. Die sechs Fresken, die heute an der nördlichen Seitenwand des Chorraumes zu sehen sind und die Begegnung von drei Lebenden mit drei Toten festhalten, stammten ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und zierten die Wände der damals gotischen Kirche.
Noch bei altem Gebäudebestand wurde der ‚Totentanz‘ 1866 durch Professor Lübke in der Turmvorhalle entdeckt, aber erst kurz vor dem Abriss 1891 in einem Spezialverfahren von dem Maler Kaim aus München abgelöst und auf Gipsplatten übertragen. Nach dem Neubau 1898 fanden die Fresken zunächst im Raum unter dem Turm einen vorübergehenden Platz, bevor sie schließlich in die linke Chorraumwand eingelassen wurden.
Die Begegnung von Tod und Leben ist eine Mahnung an uns Lebende: Wir sind dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen und sollten uns schon frühzeitig mit dem Gedanken des Sterbenmüssens vertraut machen. In der Gegenüberstellung der drei Lebenden und der drei Toten wird uns eine Predigt über die Grenzen menschlicher Existenz gehalten.
Die mittelhochdeutschen Worte, welche die Toten mit den Lebenden wechseln, sind heute schwer zu entziffern. Die Botschaft ist:
Was ihr seid, das waren wir.
Was wir sind, werdet ihr sein.
In der Darstellung der Fresken sehen wir die Lebenden hier in drei Altersstufen: als Jüngling, als Mann im besten Alter und als Greis. Alle drei tragen enganliegende Gewänder, geschnitten nach der Mode des ausgehenden 14.Jahrhunderts; auch die Schnabelschuhe waren in jener Zeit üblich. Die Männer sind wohl auf der Jagd. Sie treffen dabei auf drei Tote, die als Gerippe dargestellt sind. Der Greis ist den Toten am nächsten. Erschrocken wendet er sich ab und lässt dabei seinen Jagdfalken fliegen. Der zweite Falke hat sich schon erhoben, während der dritte noch auf der Faust sitzt. Ähnliche Darstellungen gibt es auch in anderen Ländern, vor allem in Frankreich. Aber die Bilder in Badenweiler sind wohl die ältesten Darstellungen ihrer Art auf deutschem Boden.
Etwas jünger sind die übrigen Fresken. Petrus und Paulus sehen wir links und rechts vorne im Chorraum. Petrus erkennt man am Schlüssel, Paulus am Schwert. Außerdem sind noch zwei weitere Figuren rechts neben der Sakristeitür angebracht. Die erste zeigt vermutlich die Heilige Katharina mit Schwert und Krone; die zweite ist gerade dabei, eine Taufe oder eine Salbung vorzunehmen. Der Stern daneben stammt ursprünglich aus dem Deckengewölbe.
Noch bei altem Gebäudebestand wurde der ‚Totentanz‘ 1866 durch Professor Lübke in der Turmvorhalle entdeckt, aber erst kurz vor dem Abriss 1891 in einem Spezialverfahren von dem Maler Kaim aus München abgelöst und auf Gipsplatten übertragen. Nach dem Neubau 1898 fanden die Fresken zunächst im Raum unter dem Turm einen vorübergehenden Platz, bevor sie schließlich in die linke Chorraumwand eingelassen wurden.
Die Begegnung von Tod und Leben ist eine Mahnung an uns Lebende: Wir sind dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen und sollten uns schon frühzeitig mit dem Gedanken des Sterbenmüssens vertraut machen. In der Gegenüberstellung der drei Lebenden und der drei Toten wird uns eine Predigt über die Grenzen menschlicher Existenz gehalten.
Die mittelhochdeutschen Worte, welche die Toten mit den Lebenden wechseln, sind heute schwer zu entziffern. Die Botschaft ist:
Was ihr seid, das waren wir.
Was wir sind, werdet ihr sein.
In der Darstellung der Fresken sehen wir die Lebenden hier in drei Altersstufen: als Jüngling, als Mann im besten Alter und als Greis. Alle drei tragen enganliegende Gewänder, geschnitten nach der Mode des ausgehenden 14.Jahrhunderts; auch die Schnabelschuhe waren in jener Zeit üblich. Die Männer sind wohl auf der Jagd. Sie treffen dabei auf drei Tote, die als Gerippe dargestellt sind. Der Greis ist den Toten am nächsten. Erschrocken wendet er sich ab und lässt dabei seinen Jagdfalken fliegen. Der zweite Falke hat sich schon erhoben, während der dritte noch auf der Faust sitzt. Ähnliche Darstellungen gibt es auch in anderen Ländern, vor allem in Frankreich. Aber die Bilder in Badenweiler sind wohl die ältesten Darstellungen ihrer Art auf deutschem Boden.
Etwas jünger sind die übrigen Fresken. Petrus und Paulus sehen wir links und rechts vorne im Chorraum. Petrus erkennt man am Schlüssel, Paulus am Schwert. Außerdem sind noch zwei weitere Figuren rechts neben der Sakristeitür angebracht. Die erste zeigt vermutlich die Heilige Katharina mit Schwert und Krone; die zweite ist gerade dabei, eine Taufe oder eine Salbung vorzunehmen. Der Stern daneben stammt ursprünglich aus dem Deckengewölbe.
Grabmale
Die Grabplatten sind für bedeutende Bürgerinnen und Bürger des Kirchspiels Badenweiler gemacht worden, darunter Pfarrer, Amtsverwalter, "Faktoren" der Eisenschmelze Oberweiler und Burgvögte.
Aber auch an Egino, Graf von Freiburg wird auf dem ältesten Epitaph erinnert. Diese Platte zeigt, dass im Mittelalter Badenweiler zu unterschiedlichen Herrschaftsbereichen gehört hat, bevor es um 1510 zur Markgrafschaft Baden zurückkam.
Glocken und Orgel
Das Geläut der Kirche besteht aus vier Bronzeglocken. Nur die kleinste von ihnen aus dem Jahr 1922, gestimmt in ‚cis‘, durfte während des 2.Weltkrieges im Turm hängen bleiben. Die große ‚e‘ – Glocke mit dem Namen ‚Liebe‘, die ‚gis‘ - Glocke ‚Hoffnung‘ und die ‚h‘ – Glocke, die den Namen ‚Glaube‘ trägt, kamen nacheinander erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Turm zurück. Glauben, Liebe, Hoffnung sind die Leitworte des Paulus im Neuen Testament, wenn er schreibt:
"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
(1. Korinther 13,13)
Die Orgel, die als Neubau das alte Gmelin-Instrument abgelöst hat, wurde 1893 bis 98 von der Orgelbaufirma E.F. Walcker, Ludwigsburg, errichtet. Damals umfasste sie 34 Register. 1964 wurde das Instrument von der Firma Friedrich Weigle, Stuttgart-Echterdingen, um drei Register erweitert, die sich nun auf drei Manuale und ein Pedal verteilten.
"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
(1. Korinther 13,13)
Die Orgel, die als Neubau das alte Gmelin-Instrument abgelöst hat, wurde 1893 bis 98 von der Orgelbaufirma E.F. Walcker, Ludwigsburg, errichtet. Damals umfasste sie 34 Register. 1964 wurde das Instrument von der Firma Friedrich Weigle, Stuttgart-Echterdingen, um drei Register erweitert, die sich nun auf drei Manuale und ein Pedal verteilten.
1974 wurde der Spieltisch durch die Firma Fischer und Krämer aus Endingen am Kaiserstuhl umgestaltet. Ende der 1990er Jahre wurde der Spieltisch durch die Firma Jäger und Brommer, Waldkirch, neu gestaltet und technisch verbessert. Die Orgel besitzt heute 39 klingende Register. Leider verdeckt das Orgelprospekt die Sicht auf die Rosette über dem Haupteingang.
Gästebuch
Auf der Nordseite des Langhauses steht im hinteren Drittel ein kleiner Tisch mit einem Gästebuch.
Hier haben Sie die Möglichkeit, Eindrücke, Anliegen und Gebete fest zu halten, seien Sie nun ein Tagesbesucher, der im Kirchenraum eine Pause einlegen möchte, ein Kurgast oder ein Patient der Kliniken, der zwischen Anwendungen in einem Sakralgebäude Stille und Ruhe suchen möchte.
Gefüllte Gästebücher werden übrigens im Pfarramt aufbewahrt.
Möge Gottes Segen mit all denen sein, die in der Pauluskirche umgeben von Stille, bei Musik oder im Gottesdienst Kraft getankt haben und nun ihre Wege weitergehen.
Hier haben Sie die Möglichkeit, Eindrücke, Anliegen und Gebete fest zu halten, seien Sie nun ein Tagesbesucher, der im Kirchenraum eine Pause einlegen möchte, ein Kurgast oder ein Patient der Kliniken, der zwischen Anwendungen in einem Sakralgebäude Stille und Ruhe suchen möchte.
Gefüllte Gästebücher werden übrigens im Pfarramt aufbewahrt.
Möge Gottes Segen mit all denen sein, die in der Pauluskirche umgeben von Stille, bei Musik oder im Gottesdienst Kraft getankt haben und nun ihre Wege weitergehen.







