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Der Tod eines nahestehenden Menschen ändert nicht nur Lebensgewohnheiten und den Alltag. Die innere Einstellung zum Leben ändert sich meist auch. Die Arbeit, die Tagesprobleme, die Hobbys, der Umgang mit Freunden und Bekannten - vieles, was vorher wichtig war, rückt in die Ferne und wird als wertlos erlebt. Es ist, als würde die Energie davon abgezogen. Immer wieder wandern die Gedanken zurück zu den Verstorbenen und dem Leben mit ihnen.
In den ersten Tagen, Wochen und manchmal auch länger, meint man, ihre Stimme zu hören; man hört die Schritte vor der Tür und meint, sie müssten eintreten. Oft hat man das deutliche Gefühl, dass sie unmittelbar neben einem stehen, sitzen oder liegen. Sie werden als noch anwesend erlebt. Man beginnt mit ihnen zu sprechen. Manche Menschen empfangen auch Antworten; sie hören sie oder sie steigen in ihnen auf. In einsamen Stunden, in der Nacht, vor Fotos oder am Grab wird die Gegenwart der Verstorbenen oft besonders intensiv erlebt.
Das, was Trauernde empfinden und erleben, verändert sich auf dem Weg, den sie in der Trauer zurücklegen. Manchmal fängt die Trauer schon an, bevor jemand gestorben ist, etwa wenn jemand schwer krank ist. Die Angehörigen machen sich Sorgen. Auch wenn man vielleicht vor dem Gedanken zurückschreckt, dass diese Krankheit möglicherweise zum Tode führen wird, ist der Abschiedsschmerz im Voraus in der Seele gegenwärtig, und die Tränen sind immer auch Abschiedstränen.
Ein anderes Mal kommt der Tod völlig überraschend. Ein Unfall ist geschehen, oder ein plötzlicher Herzstillstand hat einen Menschen von der einen Minute auf die andere aus dem Leben gerissen. Dann ist die erste Trauerreaktion meist der Schock. Oft spüren Menschen in diesen ersten Minuten, Stunden oder Tagen keines der bekannten Trauergefühle. Was ihnen mitgeteilt wird, erscheint ihnen ganz unwirklich und berührt sie gar nicht. Erst allmählich brechen die Gefühle auf. Dann aber kann eine Welt für sie zusammenbrechen, wenn sie begreifen, dass sie einen lieben Menschen ein für alle Mal verloren haben.

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