Arbeitsweise der Psychologischen Beratung

 
Am Beginn jedes Beratungsprozesses steht eine diagnostische Einschätzung der psychischen Situation des oder der Ratsuchenden. Da Ratsuchende mit einer Selbstdefinition im Blick auf ihre Problematik in die Beratungsstelle kommen, geht es in einem ersten Schritt darum, genauer zu schauen, worum es sich bei der präsentierten Problematik handelt.
 
Ziel dieses diagnostischen Prozesses ist es, dass der Berater bzw. die Beraterin eine erste Hypothese über den psychischen Hintergrund der dargestellten Problematik entwickeln und gemeinsam mit dem bzw. der Ratsuchenden ein Beratungsthema formulieren kann, das Gegenstand der Beratung sein soll. Im weiteren Verlauf der Beratung geht es dann darum, gemeinsam am Beratungsthema zu arbeiten und bislang verborgene Hintergründe und Sinnzusammenhänge zu finden. lm Schutz einer durch Vertrauen und ganzheitliche Wahrnehmung geprägten Beratungsbeziehung kann der bzw. die Ratsuchende neue gedankliche und emotionale Zusammenhänge erkennen sowie neue Verhaltensmöglichkeiten entwickeln und erproben. Sinnsuche und Sinnfindung können direkt oder indirekt auch zum Beratungsprozess gehören. Psychologische Beratung unterstützt dabei, für Konflikte und Probleme Lösungen zu entwickeln oder damit in erträglicher Weise zu leben. Dies erfordert eine Klärung der Lebenssituation der Ratsuchenden und die Erhellung der inneren und äußeren Bedingungszusammenhänge.
 
Die Entwicklung und Differenzierung eigener Möglichkeiten und Ressourcen schafft zugleich bessere Voraussetzungen für den Umgang mit möglichen zukünftigen Problemen. Psychologische Beratung stärkt auf diese Weise Selbsthilfekräfte und die Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung für sich und andere.
 
Beratung erfolgt je nach Besonderheit des Falles in Form von Einzel-, Paar- und Familienberatung oder auch in Gruppen.
 
Die Haltung der Beratungsfachkräfte ist dadurch gekennzeichnet, dass sie Ratsuchende unterstützen, individuelle Lebensperspektiven zu entwickeln, Krisen zu bewältigen sowie ihre Beziehungskonflikte zu lösen. Der unbedingte Respekt vor der Würde und Freiheit der Person gründet im christlichen Glauben, dass diese von Gott allen Menschen zugesprochen ist. Diesem Menschenbild entspricht es, neben heilsamen Veränderungen auch Erfahrungen des Scheiterns, Erfahrungen der Bruchstückhaftigkeit menschlichen Lebens und der Unlösbarkeit mancher Konflikte im Licht der Liebe Gottes zu benennen und anzunehmen.

So können die Anliegen der Ratsuchenden umfassender, d.h. in weiteren Zusammenhängen betrachtet werden. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht nur etwa auf das benannte Beziehungsproblem oder die geschilderte Erziehungsschwierigkeit, sondern auch auf eventuell mitschwingende existenzielle Fragen und religiöse bzw. spirituelle Thematiken, die zur Sprache gebracht werden können, sofern dies angemessen ist.