Themen / Nachrichten
Situationen und Aussagen von Ratsuchenden
- Ein Pfarrer traut ein Paar. Nach 5 Jahren kommt das Paar in arge Konflikte und große Schwierigkeiten mit der Partnerschaft. Das Paar findet konkrete Hilfe in der Psychologischen Beratungsstelle.
- Ein Konfirmand ist in schlimmer und sichtbarer Not wegen der häuslichen Situation. Die Pfarrerin spricht ihn darauf an und kann ihn zu einem ersten Gespräch in der Beratungsstelle bewegen, das sie ihm vermittelt. Gemeinsam mit dem Jugendlichen überlegt der Berater, welche Hilfen es für ihn und seine Familie gibt. Mit dem Einverständnis des Konfirmanden findet dann ein Gespräch mit den Eltern statt. Der Berater gewinnt deren Vertrauen, so dass weitere unterstützende Schritte besprochen werden können. Das entlastet den Sohn.
- Trauernde Familie nach Verlust der Ehefrau und Mutter:
„Mein Kollege hat gesagt, dass wir es mal bei Ihnen versuchen sollten, eigentlich haben wir mit Kirche nicht mehr viel zu tun, aber wir sind im Schock und wissen nicht, wohin wir uns wenden sollen. Wegen Corona konnten wir unsere Mutter bzw. meine Frau nicht so verabschieden, wie wir es gewollt hätten. Wir sind so froh, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns alle drei zu hören und zu begleiten.“
- Ratsuchender mit Angststörung:
„Das Gespräch hat mir jetzt so gutgetan, ich gehe ganz erleichtert. Es hilft mir so sehr, dass ich zu Ihnen kommen kann. Alleine drehe ich mich immer nur im Kreis mit meinen Gedanken. Wie gut, dass Kirche das anbietet.“
„Das Gespräch hat mir jetzt so gutgetan, ich gehe ganz erleichtert. Es hilft mir so sehr, dass ich zu Ihnen kommen kann. Alleine drehe ich mich immer nur im Kreis mit meinen Gedanken. Wie gut, dass Kirche das anbietet.“
- Junge Frau, die einen Missbrauch seitens des Opas aufarbeitet:
„Mir ist mein Glaube sehr wichtig, deshalb bin ich in Ihre Stelle gekommen. Ich war schon in einer Klinik, aber ich brauche Unterstützung, um den Alltag zu schaffen.“
„Mir ist mein Glaube sehr wichtig, deshalb bin ich in Ihre Stelle gekommen. Ich war schon in einer Klinik, aber ich brauche Unterstützung, um den Alltag zu schaffen.“
- Frau in einer schon lang andauernden Begleitung:
„Sie sind gerade der einzige Mensch, den ich noch sehe. Die Caritas hat die Begegnungsstätte geschlossen, ich gehe nur noch nach draußen, wenn ich einkaufen muss.“
„Sie sind gerade der einzige Mensch, den ich noch sehe. Die Caritas hat die Begegnungsstätte geschlossen, ich gehe nur noch nach draußen, wenn ich einkaufen muss.“
- Junge Frau:
„Für mich bietet die Beratungsstelle die Möglichkeit, über Schwierigkeiten und Sorgen zu sprechen sowie einen äußeren, neutralen Blick auf die Dinge zu erhalten. Besonders positiv finde ich es, dass ich durch die Beteiligung der Kirche auch Glaubensfragen und -zweifel besprechen kann, die bei meinen Lebensproblemen nicht ausbleiben. Denn der Glaube spielt in meinem Leben eine große Rolle.“
- Frau in den mittleren Jahren:
„Ich bin sehr dankbar für die Hilfe, die ich über die Beratungsstelle erhalte. Dass Kirche so was anbietet, finde ich klasse, weil ich erlebe, dass ich einfach so sein darf, wie ich eben bin.“
- Junger Mann:
„Mir hat geholfen, über meine Sorgen zu reden und im Gespräch Lösungsideen zu finden. Ich habe gelernt, dass ich in der Beratungsstelle über alles reden kann, was mir am Herzen liegt. Ich kann mit meinen Sorgen jetzt besser umgehen. Die Beratungsstelle in kirchlicher Trägerschaft steht für mich dafür, dass alle Menschen willkommen sind, egal welcher Nationalität oder Religion.“
- Ältere Frau:
„Die Beratungsstelle bedeutet sehr viel für mich, da ich mich angenommen fühle und kompetent begleitet. Manchmal schäme ich mich, wenn ich es nicht hinkriege. Es hat mir insgesamt gutgetan und geholfen in meiner belastenden Lebenssituation unterstützt zu werden und nach einem Weg für mich zu suchen.“
- Mann Ende Dreißig:
„Wenn ich zusammenfassen sollte, was mir die Gespräche in der Beratungsstelle bedeuten, würde ich es so formulieren: Kaum zu glauben, was es bewirkt, mich einem Berater, dem ich vertraue, zu öffnen. Anders, als ich es mir bei einem kommerziellen Anbieter vorstelle.“
Die Psychologischen Beratungsstellen der Landeskirche in Baden sind in diesen anhaltenden Corona-Zeiten wichtige Anlaufstellen für junge und alte Menschen, Alleinstehende, Paare, Familien, Alleinerziehende, getrenntlebende Eltern. Die Beratungsarbeit hat auch im lock-down ohne Unterbrechung stattgefunden, zeitweise über Telefon-, sichere Mail- und Videoberatung, inzwischen überwiegend wieder als Präsenzberatung face-to-face.
Wie Corona-Bedingungen den Problemdruck verschärfen und schwelende Konflikte noch zuspitzen, dazu geben anonymisierte Fallgeschichten wertvolle Einblicke. Fachkräfte skizzieren, womit Ratsuchende sich melden und was sie umtreibt.




