Brot und Salz, Gott erhalt’s – Willkommenspaket für Menschen, die umgezogen sind

Ein Laib Brot neben einem Salzfässchen

Landeskirche & Ökumene & Religionen

Ein Brotbeutel, ein Gutschein für ein Brot, ein Päckchen Salz und eine Willkommenskarte – wenn Sie kürzlich umgezogen sind, könnte das bald in Ihrem Briefkasten liegen. Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat und wofür Brot und Salz stehen.   

„Wer umzieht, muss sich in der Regel auf viel Neues einstellen. Da tut es gut, wenn jemand sagt: Hey, schön, dass du da bist! Du bist willkommen!“  Andrea Müller weiß, wovon sie redet. Sie ist selbst vor kurzem umgezogen. Beruflich leitet sie ein Projekt, das Kirchengemeinden darin unterstützt, die Kontakte mit ihren Mitgliedern zu pflegen. „Wir wollen einfach ein Zeichen setzen und sagen: wir sehen euch und freuen uns, dass ihr da seid.“ Wer umgezogen ist, erhält deshalb Brot und Salz.

Warum Brot und Salz?

Früher waren Brot und Salz besonders wertvoll. Brot war das wichtigste Lebensmittel in jedem Haus. Salz schätzte man wegen seiner würzenden, reinigenden und konservierenden Kraft.
 
Schon im frühen Christentum und in der Bibel haben Brot und Salz einen hohen Stellenwert. “Unser tägliches Brot gib uns heute” heißt es zum Beispiel im wichtigsten Gebet, dem Vaterunser (Matthäus 6,11). Brot war Grundbestandteil jeder Mahlzeit. Es wird aber auch schon in der Bibel im übertragenen Sinn als Symbol des Lebens verwendet.
 
Das gilt auch für das Salz. In der Bibel taucht es als Würz- und Konservierungsmittel auf, hat dort aber auch symbolische Bedeutung, wenn Jesus zu den Menschen sagt: „Ihr seid das Salz der Erde” (Matthäus 5,13).
 
Lange Zeit wurden Brot und Salz aus praktischen Gründen verschenkt. Heute haben sie vor allem symbolische Bedeutung: sie stehen für den Wunsch nach Glück und Wohlstand am neuen Ort.
„Mit Brot und Salz als Willkommensgruß wünschen wir den Neuzugezogenen, dass sie am neuen Ort und in der Gemeinde Nahrung für Leib und Seele finden. Und dass sie sich einbringen. Ihre Sicht auf die Dinge und ihre Persönlichkeit sind die Würze für unser Miteinander.“ Andrea Müller freut sich, dass sich 70 Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in Baden an der Aktion „Willkommenspaket für Neuzugezogene“ beteiligen. „Das ist für beide Seiten eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu kommen. Und das ist ja unser Anliegen bei der Mitgliederorientierung: dass Kirche mit ihren Mitgliedern in Kontakt kommt und bleibt.“
 
 
Brot & Salz - Willkommen in der neuen Gemeinde (Beitrag aus Lichtblicke)
 

Warum Mitgliederorientierung? 

In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die Mitglieder der Kirche unterschiedlich sind im Blick auf ihre Bedürfnisse und Erwartungen. Entsprechend nutzen sie kirchliche Angebote unterschiedlich – oder auch nicht. Dann werden sie oft nicht mehr wahrgenommen. Andrea Müller beschreibt es so: „Es ist wie mit dem Spiegelei: man konzentriert sich auf das Gelbe vom Ei und das nimmt man wahr. Das Weiße ist viel größer, aber man sieht es nur als Beiwerk. In der Kirche sehen wir oft nur die, die sonntags im Gottesdienst sind oder die sich in Gruppen und Kreisen engagieren. Es ist aber wichtig, mit allen Mitgliedern im Kontakt zu bleiben.“ Andrea Müller und ihr Team liefern mit schönen Materialien Ideen für Kontakte. Das Willkommenspaket mit Brotbeutel, Brotgutschein und Salzpäckchen ist ein Beispiel dafür.
 
 
Und die nächsten Projekte sind schon geplant: Karten an junge Menschen zwischen 12 und 19 Jahren und zwischen 20 und 30 mit Links zu Themen und Fragen, die in diesem Alter wichtig sein können. Und ein Glückwunsch-Paket zur Geburt eines Kindes.