
Sie umfassen die Glaubenserkenntnisse der einzelnen und sind größer als diese. Je persönlicher das Glaubenserkenntnis ist, desto subjektiver ist es, desto einseitiger kann es werden. Auch können die einzelnen Christinnen und Christen nicht zu allen Zeiten allen Erkenntnissen des gemeinsamen Glaubens in gleicher Weise zustimmen. Die Bekenntnisse der Kirche leisten einen wichtigen Dienst für den Glauben der Einzelnen: Sie schützen ihn vor Einseitigkeiten und machen seine Unvollkommenheit erträglich. Die Kirche braucht also Bekenntnisse als gemeinsamen Ausdruck ihres Glaubens, damit die Glaubensfreiheit ihrer Glieder umfassend bewahrt wird.
"Was gilt in der Kirche? - Diese Frage ist für viele evangelische Christen heute außerordendlich bedrängend. Wir dürfen uns nicht damit begnügen, nur Defizite anzumelden und Kritik zu äußern. Wir müssen positiv sagen, was geistliche Mitte und verbindlicher Inhalt der Verkündigung in unserer Landeskirche ist." (aus: Bekenntnisschriften der Evangelischen Landeskirche in Baden) Die Grundlage dazu bilden die verschiedenen Bekenntnisse, die in den letzten Jahrhunderten auf Grund verschiedener Situationen entstanden sind. Eines verbindet sie alle: Sie bezeugen alle, dass Jesus Christus der Herr der Kirche ist - er allein ist das Heil der Menschen. Er hat uns durch seinen Tod mit Gott vereint.
In ihren Bekenntnissen versucht die Kirche, den Glauben der einen übersteigenden Wahrheit Gottes zum Ausdruck zu bringen. Darum sind die Bekenntnisse der alten Kirche Lobpreisungen, die sich unmittelbar an den dreieinigen Gott selbst richten. Den Bekenntnissen der Kirche gehen ja die Heilstaten Gottes voraus. In ihnen bekennt sich Gott zu uns Menschen. Lobend und preisend antwortet die Kirche Gott und bestätigt so, dass sie seine Heilstaten für sich selbst gelten lassen will.
