Ein junger Mann sitzt an einem Tisch im Wohnbereich an seinem Laptop
 

 

Beerdigung

Ablauf, Kosten, Voraussetzungen: FAQs zur evangelischen Bestattung

 

Wenn ein Mensch zu Hause gestorben ist, musst du einen Arzt / eine Ärztin rufen. Nach dem Gesetz muss sie / er den Tod feststellen und einen Totenschein ausfüllen. Nimm dann Kontakt mit einem Bestattungsunternehmen auf. Dieses kümmert sich um das weitere Vorgehen und informiert auch die Pfarrerin / den Pfarrer (wenn du das nicht selbst tun möchtest).
 
Die verstorbene Person, darf bis zu 48 Stunden zu Hause bleiben, damit du und andere in Ruhe Abschied nehmen können. Dann muss der Leichnam in ein Bestattungsinstitut oder Krematorium überführt werden. In Pflegeheimen, Krankenhäusern, Bestattungsunternehmen und Friedhöfen gibt es oft Abschiedsräume, in denen sich Trauernde ungestört von ihren Verstorbenen verabschieden können.

Wann ist Zeit für eine Aussegnung und was ist das?

Für uns Christinnen und Christen kann zum Abschied eine Aussegnung dazu gehören. Das heißt die / der Verstorbene wird mit Segen und Gebet aus dem Haus, Krankenzimmer, etc. verabschiedet.
Es ist gut zu überlegen, wen du bei dir haben möchtest. Das können Verwandte, Freundinnen und Freunde oder Bekannte und Nachbarn sein.
 
Wenn du dich für eine Aussegnung entscheidest, kannst du die Pfarrperson in deiner Gemeinde danach fragen oder auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger in Krankenhäusern, Altenheimen oder Pflegeeinrichtungen.
 

Grundsätzlich ja.
Wenn ein Mensch aus der Kirche ausgetreten ist, sollte diese Entscheidung jedoch respektiert werden. In Sinne der seelsorglichen Begleitung der Angehörigen ist eine kirchliche Bestattung möglich. Dies sollte mit der Pfarrperson oder Seelsorgerin / Seelsorger besprochen werden.

Der Verstorbene ist nie zur Kirche gegangen, darf er trotzdem kirchlich beerdigt werden?

Ja. Ob die verstorbene Person oft in die Kirche gegangen ist oder sich aktiv in der Gemeinde engagiert hat, bestimmt nicht darüber, ob die Person kirchlich bestattet wird.

Kann ein Kind kirchlich bestattet werden, wenn es noch nicht getauft war?

Ja, wenn die Eltern das wünschen.
 
Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine Person kirchlich bestattet werden kann, sprich bitte eine Pfarrerin oder Pfarrer darauf an. Es kann sicher eine gute und individuelle Lösung gefunden werden.

Gibt es ökumenische Bestattungen?

Es gibt keine ökumenische Bestattung. Ein Mensch gehört einer Konfession an, und entsprechend dieser wird er auch bestattet. Je nach Person(en) und Situation, kann es Trauerfeiern geben, an denen Geistliche mehrerer Konfessionen beteiligt sind (z.B. öffentliche Trauerfeiern nach Anschlägen)
 

Auch ein totgeborenes Kind kann auf Wunsch der Eltern kirchlich bestattet werden. Viele Friedhöfe haben besonders gestaltete Grabstätten für früh verstorbene Kinder, sogenannte „Sternenkinder“.
 
Ab einem Körpergewicht von 500 Gramm müssen totgeborene Kinder bestattet werden. Auf Wunsch der Eltern können auch totgeborene Kinder mit niedrigerem Gewicht bestattet werden. Die Mitarbeitenden in der Klinikseelsorge und die Pfarrpersonen der Ortsgemeinde geben dazu Auskunft und unterstützen die Eltern.
 
Wir arbeiten derzeit an einer eigenen Themenseite.
 

Ja, ein Suizid (Selbsttötung) ist kein Hinderungsgrund für eine kirchliche Bestattung. Wir verurteilen keine Person, die sich selbst das Leben nimmt. Im Schmerz und im Fragen nach dem Warum stehen Pfarrpersonen den Angehörigen bei.
 

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Trauerfeier persönlich und stimmig zu gestalten – zum Beispiel durch Musik, Lieder, Texte, Gebete oder kleine Rituale. Sprich das mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer ab. Sie werden Wünsche gerne aufgreifen. Für viele Angehörige ist es tröstlich, wenn sie das Gefühl haben, dass die Trauerfeier auch der verstorbenen Person gefallen hätte. Mehr darüber wie Pfarrer*innen auf Wünsche eingehen, kannst du hier lesen:  Das hätte meinem Heinz gefallen
 

Musik berührt Menschen auf einer anderen Ebene als Worte. Daher wird es in der Regel als tröstlich empfunden, wenn Musik und Gesang Teil der Trauerfeier sind. Überlege, welche Lieder oder welche Musik du mit der verstorbenen Person und deinen Erinnerungen an sie verbindest. Vielleicht kennst du auch jemand, der/die ein Instrument spielt oder gut singen kann. Möglicherweise hat deine Kirchengemeinde auch einen Chor, der den Gesang unterstützen kann.

Was für Lieder gibt es für Beerdigungen?

Im Evangelischen Gesangbuch (z.B. in den Abschnitten "Angst und Vertrauen", "Geborgen in Gottes Liebe" und "Sterben und ewiges Leben") und dem Anhang zum Gesangbuch "Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder" (z.B. unter den Themen "Sterben - Bestattung", "Angst - Vertrauen - Geborgenheit" und "Abschied") findest du eine Reihe von Liedern, die sich für einen Trauergottesdienst eignen.
Eine Sammlung von Liedern und Musikstücken findest du auch unter www.trauernetz.de.
 

Kinder haben ihren ganz eigenen Umgang mit Sterben und Tod. Sie stellen viele Fragen und es ist gut, so offen wie möglich mit ihnen darüber zu sprechen. Manchmal hilft es, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer miteinbezogen wird. Es gibt auch hilfreiche (Bilder)Bücher, die man gemeinsam ansehen kann.
Wenn ein Kind möchte, sollte es zum Trauergottesdienst mitgenommen werden. Wenn das Kind die Trauerfeier verlassen will, sollte eine Person da sein, die es begleitet.
Kindern kann es helfen, mit dem Tod eines Menschen umzugehen, wenn sie ein Bild malen, etwas basteln oder schreiben, das ins Grab mitgegeben oder später am Grab niedergelegt wird.
 

„Erde zur Erde, Asche zur Asche, Staub zum Staube“, sagt die Pfarrerin/der Pfarrer bei einem Begräbnis. Dabei wirft er / sie mit einer kleinen Schaufel etwas Erde auf den Sarg oder die Urne im Grab. Mit diesem Erdwurf wird der Abschied symbolisch vollzogen.
 
Danach können sich alle persönlich mit einem Erdwurf oder Blumen sowie einem stillen Gebet von der verstorbenen Person am Grab verabschieden. Die engsten Angehörigen bleiben meist noch am Grab stehen und du kannst ihnen dein Beileid aussprechen – mit einem Händedruck, einem mitfühlenden Satz oder auch einer Umarmung. Wenn die Angehörigen das nicht möchten, teilen sie das in der Regel vorher mit.
 

Der Abschied von einem Menschen kann unterschiedlich erlebt werden. Trauer ist ein individueller Prozess. Hilfe und Begleitung kannst du an jeder Stelle dieses Prozesses in Anspruch nehmen.
 
Ansprechpersonen können die Pfarrerin oder der Pfarrer der Ortsgemeinde sein. In Krisen und Notfällen hilft auch die christliche Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-111222. Viele Informationen und Beratungsangebote für Angehörige und Trauernde bietet das kirchliche Portal Trauernetz.de – von Trauergruppen bis zu Onlineandachten.
 
Mehr zu den Beratungs- und Begleitungsangeboten in Zeiten der Trauer findest du hier.
 

Aussegnung, seelsorgerische Begleitung sowie die Gestaltung des Gottesdienstes sind für evangelische Kirchenmitglieder kostenfrei.
 
Kosten fallen an für die Leistungen des Bestattungsunternehmens. Gute Bestattungsunternehmen unterbreiten dir ein transparentes Angebot, das die einzelnen Positionen einer Bestattung auflistet. Neben den Gebühren für Bescheinigungen sind das zum Beispiel Kosten für die Verwahrung des Leichnams, den Sarg, die Kremation, Todesanzeigen oder Blumenschmuck. Dazu gehören auch die Gebühren, die der Friedhof für die Nutzung der Trauerhalle oder eine musikalische Umrahmung erhebt. Findet die Trauerfeier in der Kirche statt, ist die Nutzung des Kirchenraumes in der Regel für Kirchenmitglieder kostenlos. Der Organist oder die Organistin erhalten meistens ein festes Honorar. Deine Kirchengemeinde erteilt dir gerne Auskunft über die genauen Bedingungen.
 

In Baden-Württemberg gilt die gesetzliche Friedhofspflicht, d.h. Erdbestattungen und Aschebeisetzungen dürfen nur auf einem kommunalen oder kirchlichen Friedhof erfolgen. Daneben sind an bestimmten Orten Friedwälder und Ruheforste zur Beisetzung einer Urne (meist im Wald) eingerichtet. 
Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer Bestattung - hier findest du eine Übersicht.
 

Kann ich auf einem Friedhof meiner Wahl bestattet werden?

Das hängt von der jeweiligen Friedhofsordnung ab. Wende dich dazu an die Friedhofsverwaltung.
 

Es kann herausfordernd sein, die passenden Worte für Abschied und Trauer zu finden. In der Bibel findest du viele tröstliche Verse, die du verwenden kannst. Deine Bestatterin / dein Bestatter bietet dir Vorlagen für eine Traueranzeige in der Zeitung oder für Trauerkarten. Die kannst du auch nach deinen Wünschen verändern.
Wenn du eine Trauerkarte schreiben möchtest, findest du hier Anregungen.
 
Weitere Infos zur Beerdigung finden Sie auf der Website der Kirchengemeinde vor Ort und unter www.trauernetz.de.