Eine Mutter hält ihre trauernde Tochter im Arm
 

 

Beerdigung

Mit Trauer umgehen

Der Abschied von einem Menschen kann unterschiedlich erlebt werden. Trauer ist ein individueller Prozess. Hilfe und Begleitung kannst du an jeder Stelle dieses Prozesses in Anspruch nehmen.
 

Hilfsangebote

Seelsorge

Angebote der Seelsorge und Beratung sind offen für alle. Wir fragen nicht nach Religion oder Kirchenzugehörigkeit. In Beratungsstellen und in jeder Gemeinde vor Ort sind Menschen für dich da. Vertraulich. Sensibel für Vielfalt. Offen für deine persönliche Situation.
 
Hier kommst du zur Seite der Seelsorge der EKIBA: www.ekiba.de/themen/beratung-seelsorge-diakonie
 

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge erreichst du kostenlos 24/7 per Telefon oder Chat
Rufnummer: 0800 1110111 / 0800 1110222
Zum Chat gelangst du über: www.telefonseelsorge.de
 

Weitere Angebote

Ein Sammlung von Texten und Gebeten, Hinweise zu Liedern und Musik, Informationen zum Prozess des Trauerns und zum digitalen Gedenken findest bei unter Trauernetz.de
Ein Online-Trauer- und Erinnerungsportal, um an Verstorbene zu denken, Erinnerungen zu teilen und über Trauer nachzudenken, ist Gedenkenswert.de
Ein kostenloses, außerkirchliches Angebot für Personen unter 25 ist Krisenchat 
 

Regionale Angebote

An vielen Orten gibt es Trauercafés oder Gesprächsgruppen. Informationen findest du bei den (kirchlichen) Einrichtungen vor Ort. Außerdem wird in Gedenkgottesdiensten und/oder an bestimmten Jahrestagen an die Verstorbenen erinnert (zum Beispiel an Ostern oder am Ewigkeitssonntag).
 

Literatur

Eine Auswahl an Literatur zu Thema Tod,Trauer und Abschiednehmen für verschiedene Altersgruppen findest du beim Evangelischen Literaturportal: www.eliport.de/tag/alter-tod-und-abschiednehmen
 

Trauerritual für zu Hause

Hier findest du demnächst eine Vorlage für ein persönliches Trauerritual, wenn du z.B. nicht an der Trauerfeier teilnehmen kannst.
 
 

Trost spenden

Seit vier Jahrzehnten begleitet Ludwig Burgdörfer als Seelsorger trauernde Menschen. Mit dieser Erfahrung beantwortet er die folgenden Fragen.
 
 

„Trauer ist ein sehr komplexes Phänomen. Ich nenne es Liebeskummer. Wenn mich Leute fragen: ‚Warum tut es denn so weh?‘, antworte ich: ‚Weil es vorher so gutgetan hat.‘ Wenn eine Beziehung glücklich war, wird im Abschied die Liebe zwangsläufig zum Kummer. Wie die Liebe, ist auch Trauer Arbeit. Sie ist mühselig, manchmal auch armselig und auf jeden Fall anstrengend. In der Trauerforschung geht man heute davon aus, dass es keine chronologischen Schrittfolgen gibt, sondern eher kreisende Bewegungen. Man kommt nicht von einer Stelle weg, die man dann für immer überwunden hat. Trauer ist ein sich wiederholendes, aber fortschreitendes Arbeiten. Es kann sehr wohl sein, dass ich in ein paar Wochen wieder aus demselben Fenster gucke, von dem ich dachte, das muss ich mir nicht mehr anschauen, und dann ist es doch wieder da. Aber ich habe inzwischen mich verändert. Für mich liegt der größte Erfolg der Trauerforschung in der Erkenntnis: Es geht nicht ums Loslassen. Im Gegenteil: Loslassen wäre ja eine zusätzliche Gewalt an mir, die der Liebe vollkommen widerspricht. Es geht um zulassen und überlassen, ohne zu verlassen.“
 

„Die gute alte Art und Weise, das Beileid zu zeigen und auszusprechen, ist so wichtig wie ‘Gesundheit‘ zu sagen, wenn jemand genießt hat. Das Beste, was wir Trauernden tun können, ist die Mischung aus Nähe und Distanz so weiterzuleben wie bisher. Nicht aus dem Weg gehen, sondern fragen: Kann ich was für dich tun? Kann ich dir was mitbringen? Trauernde sollen nicht das Gefühl bekommen: Ich habe jetzt eine ansteckende Krankheit, der man aus dem Weg gehen muss.“
 

„Ich muss keine großen Erklärungen abgeben. Ich muss gar nichts sagen. Ich kann mich verneigen. Ich kann eine kleine Berührung am Arm machen. Ich kann jemanden umarmen, wenn das so passt, und kann dann gehen. Ich wünsche mir, dass wir diese Beileidskultur achtsam weiter pflegen und einander zutrauen, dass wir über das Regularium wie viel Nähe, wie viel Abstand, verfügen. Zurzeit beobachte ich eine verhängnisvolle Entwicklung, die sich abbildet in dem Satz: Von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen. Das ist die Bitte um Verschonung, die verständlich ist, weil man in dem Grad der Verletzlichkeit Angst hat vor übergriffiger und nicht gewollter, zugemuteter Nähe. Aber es ist auch gleichzeitig die Abschaffung von dem vorhandenen Bedürfnis durch Nähe Anteil zu geben und Anteil zu nehmen. Ich erlebe das auf dem Friedhof als ein fast unerträgliches Dilemma. Wir stehen am Grab, alles ist gesagt, aber alle sind verunsichert, wie die Situation aufzulösen ist.“
 

„Beileidskarten zu schreiben, ist nach wie vor eine unglaublich wertvolle Möglichkeit, Menschen etwas nachhaltig zu schenken. Viele lesen sie immer wieder und werden so aufgerichtet. Ich glaube, wir alle haben im Lauf des Lebens Worte gesammelt, die uns guttun. Aus diesem Fundus können wir etwas weitergegen. Solche Worte nicht nur ausdrucken, sondern mit der eigenen Hand abschreiben, macht eine andere Botschaft daraus. Wenn wir selbst etwas formulieren, sollten wir drei Dingen nicht tut: keine Erklärung, keine Beschönigungen und keine leeren Versprechen. Stattdessen kann ich durchaus Sätze schreiben wie: Ich weiß gar nicht, was ich dir schreiben soll. Ich bin ratlos. Ich bin an deiner Seite, du kannst dich jederzeit bei mir melden.“
 

„Für mich hängt das von Angebot und Nachfrage ab. Werde ich von einem Kind zu diesem Thema gefragt, dann rede ich mit ihm darüber. Aber ich rufe es nicht her und sage: ‚Setz dich mal. Heute erzähle ich dir mal, dass das Leben auch endet‘. In dem Moment, wo das Kind dabei ist, diese Frage zu bearbeiten und mir das Vertrauen schenkt und mich einweiht in das, was ihm wichtig ist, in dem Moment bin ich bei ihm. Wichtig ist, dass es eine offene und klare, authentische Antwort bekommt. : ein Kind hat ein Recht darauf, zu erfahren wie der Mensch, den es fragt, im Augenblick für sich diese Frage beantwortet. Wir müssen uns nicht überfordern und denken: ‚Um Gottes Willen, hoffentlich fragt mich mein Kind oder Enkelkind niemals, wo die Verstorbenen jetzt sind.‘, Habe ich in dem Moment das Gefühl, die sind gar nicht so weit weg, sie sind noch bei uns und ich kann sie spüren, dann sage ich das. Habe ich den Eindruck, die sind auf Nimmerwiedersehen verschwunden, sage ich das auch.“
  

"Der Glaube hat mir geholfen" - persönliche Einblicke

Um den eigenen Sohn trauern - Wenn der Glaube trägt

brennende Kerze
Ihr Sohn Simon ist kurz nach seiner Konfirmation beim Rudern tödlich verunglückt. Dreizehn Jahre ist das her, aber natürlich erinnert sich Sabine Ningel noch ganz genau an das, was ihr in der ersten Zeit geholfen hat, mit dem Schock umzugehen und im Lauf der Jahre, um mit der Trauer zu leben. Ihr Glaube spielt dabei eine wichtige Rolle. Davon erzählt sie im Interview.
 
Weitere Infos zur Beerdigung finden Sie auf der Website der Kirchengemeinde vor Ort und unter www.trauernetz.de.